Handwerklicher Kurs · Berlin

Fermentierte Heißsoßen
aus eigenem Anbau –

Der Kurs vermittelt das handwerkliche Wissen rund um aerobe Fermentation, pH-Wert-Sicherheit und das Abfüllen von Chili-Heißsoßen aus selbst gezogenen Pflanzen. Ein kulinarisches Hobby mit Tiefe.

Fermentierte Heißsoßen in Gläsern auf einem Holztisch
Vom Garten in die Flasche
Was Sie erwartet

Ein Kurs. Vier Kernthemen.

Der Kurs beleuchtet jeden Schritt vom Anbau der Chili-Pflanze bis zur fertigen, haltbaren Flasche. Dabei werden sowohl biologische Grundlagen als auch praktische Handgriffe vermittelt.

Aerobe Fermentation

Die aerobe Fermentation unterscheidet sich grundlegend von anaeroben Verfahren. Der Kurs erklärt, wie Sauerstoff, Milchsäurebakterien und Zeit zusammenwirken, um Chilis in komplexe Aromen zu verwandeln.

pH-Wert-Kontrolle

Sicherheit beim Fermentieren beginnt mit dem Verständnis des pH-Werts. Teilnehmer lernen, wie man zuverlässig misst, was kritische Schwellenwerte bedeuten und wie die Fermentation entsprechend gesteuert wird.

Gewürzkombinationen

Chili allein macht noch keine Heißsoße. Der Kurs behandelt Gewürze, Kräuter und Aromaten, die die Schärfe ergänzen, abrunden oder überraschend kontrastieren. Theorie und Verkostung gehen Hand in Hand.

Haltbarmachen & Abfüllen

Hygienisches Abfüllen, Sterilisieren und Lagern sind der letzte, entscheidende Schritt. Der Kurs zeigt, wie fermentierte Soßen sicher in Flaschen abgefüllt und über Monate haltbar gemacht werden.

Detaillierte Inhalte

Was im Kurs behandelt wird

Jedes Thema wird sowohl theoretisch erklärt als auch praktisch erprobt. Die Karten zeigen, was hinter jedem Kursmodul steckt.

Chili-Anbau im eigenen Garten

Sorten, Standort, Ernte

Der Kurs beginnt mit dem Fundament: welche Chili-Sorten sich für die Fermentation eignen, wie sie im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultiviert werden und wann der ideale Erntezeitpunkt für die Fermentation erreicht ist. Besprochen werden Reifegrade, Schärfestufen und der Einfluss des Anbauorts auf das spätere Aroma der Soße.

Auch der Umgang mit Überproduktion und das Einfrieren von Chilis als Vorbereitung für spätere Fermentationschargen werden thematisiert.

Mikrobiologie der Fermentation

Milchsäurebakterien, Hefen, Prozesse

Ein verständlicher Einblick in die Mikrobiologie erklärt, welche Mikroorganismen bei der aeroben Fermentation aktiv sind, wie sie das Substrat verändern und warum bestimmte Umgebungsbedingungen förderlich oder hinderlich sind. Ohne ein Grundverständnis dieser Prozesse bleibt Fermentation Zufall.

Der Kurs vermittelt dieses Wissen praxisnah, ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse vorauszusetzen.

pH-Wert messen und steuern

Messgeräte, Zielwerte, Korrekturen

Der pH-Wert ist das zentrale Sicherheitsinstrument bei der Fermentation. Teilnehmer lernen den Umgang mit pH-Messgeräten und Teststreifen, verstehen, ab welchem Wert eine Soße als mikrobiologisch sicher gilt, und erfahren, wie man den Fermentationsprozess durch Salzzugabe, Temperatur und Zeit beeinflusst.

Praktische Übungen mit echten Fermentationschargen machen das abstrakte Thema greifbar.

Rezeptentwicklung und Aromenarbeit

Gewürze, Säure, Balance

Heißsoßen leben von ihrer Komplexität. Der Kurs zeigt, wie Gewürze, Essig, Früchte und Aromaten gezielt eingesetzt werden, um Schärfe zu rahmen, Tiefe zu erzeugen und eine ausgewogene Soße zu entwickeln. Verkostungsübungen schärfen die Wahrnehmung für Schärfe, Säure, Süße und Umami.

Jeder Teilnehmer entwickelt im Verlauf des Kurses ein eigenes Basisrezept.

Abfüllen, Sterilisieren, Lagern

Hygiene, Flaschen, Haltbarkeit

Der letzte Schritt entscheidet über Haltbarkeit und Qualität. Der Kurs behandelt das hygienische Vorbereiten von Flaschen, verschiedene Sterilisationsmethoden sowie das richtige Verschließen und Beschriften. Auch Lagerbedingungen und Haltbarkeitsdauer werden besprochen.

Jeder Teilnehmer verlässt den Kurs mit mindestens einer selbst abgefüllten Flasche fermentierter Heißsoße.

Fermentationswege

Aerob vs. Anaerob

Beide Fermentationsmethoden haben ihre Berechtigung. Der Kurs konzentriert sich auf die aerobe Variante, erklärt aber auch, wo der Unterschied liegt und warum das für Heißsoßen relevant ist.

Aerobe Fermentation

Kursfokus
  • Sauerstoff aktiv einbezogen
  • Offene oder halboffene Gefäße möglich
  • Schnellere erste Fermentationsphase
  • Charakteristische Aromenentwicklung
  • Erfordert regelmäßige pH-Kontrolle

Die aerobe Fermentation ist besonders für Einsteiger zugänglich, da die Prozesse sichtbar und gut kontrollierbar sind.

vs.

Anaerobe Fermentation

  • Sauerstoffausschluss erforderlich
  • Spezielle Gefäße mit Airlock nötig
  • Langsamerer, gleichmäßigerer Prozess
  • Andere Aromenprofile entstehen
  • Weniger Überwachungsaufwand

Anaerobe Methoden werden im Kurs als Kontrast besprochen, um das Verständnis für mikrobiologische Prozesse zu vertiefen.

Was der Kurs bietet

Wissen, das bleibt

Praktisches Handwerk

Theorie und Praxis wechseln sich ab. Jeder Handgriff wird erklärt und dann selbst ausgeführt. Das Wissen entsteht durch Tun.

Lebensmittelsicherheit

pH-Messung und Hygiene sind keine Nebensache. Der Kurs behandelt Lebensmittelsicherheit als integralen Bestandteil des Handwerks.

Nachhaltig und saisonal

Fermentieren ist eine alte Technik, Gartenanbau ein lebendiges Hobby. Beides zusammen schafft einen Kreislauf vom Boden bis zur Flasche.

Kleine Gruppen

Der Kurs findet in kleinen Gruppen statt. So bleibt Raum für individuelle Fragen, persönliche Experimente und echten Austausch.

Tagesablauf

Ein Tag im Kurs

Der Kurs ist als Ganztages-Workshop konzipiert. Der Ablauf ist durchdacht, aber nicht starr. Pausen und Verkostungen sind fester Bestandteil.

09:00

Ankommen und Einführung

Begrüßung, Vorstellung der Teilnehmer, Überblick über den Tagesablauf. Kurze Einführung in die Geschichte der Fermentation und ihre Bedeutung in verschiedenen Küchenkulturen.

10:00

Theorie: Mikrobiologie und pH-Wert

Grundlagen der aeroben Fermentation. Welche Mikroorganismen sind beteiligt? Wie funktioniert Milchsäuregärung? Was bedeutet ein pH-Wert von 3,5 in der Praxis?

11:30

Praxis: Erste Fermentationscharge

Chilis werden vorbereitet, gewogen, gemischt und in Fermentationsgefäße gefüllt. pH-Wert wird gemessen und dokumentiert. Jeder Teilnehmer arbeitet an seiner eigenen Charge.

13:00

Mittagspause mit Verkostung

Gemeinsame Mittagspause. Verkostung verschiedener fermentierter Soßen in unterschiedlichen Fermentationsstadien. Diskussion über Aromen, Schärfe und Konsistenz.

14:30

Gewürze und Rezeptentwicklung

Aromatenarbeit: Welche Zutaten passen zu welchen Chili-Sorten? Wie beeinflusst Essig die fertige Soße? Jeder Teilnehmer entwickelt ein eigenes Rezept.

16:00

Abfüllen und Haltbarmachen

Sterilisieren der Flaschen, Abfüllen der fertigen Soße, Beschriften. Jeder Teilnehmer nimmt mindestens eine Flasche mit nach Hause.

17:30

Abschluss und Fragen

Zusammenfassung der Lerninhalte, offene Fragerunde, Tipps für die weitere Fermentation zu Hause. Ausgabe von Kursunterlagen mit Rezepten und Merkblättern.

Einblicke

Aus dem Kursalltag

Chili-Fermentationsprozess in Gläsern mit Blasenbildung
pH-Wert-Messung einer Chili-Fermentationscharge mit Teststreifen
Rote Chilis frisch geerntet aus dem Garten
Auswahl von Gewürzen und Aromaten für Heißsoßen-Rezepte
Fermentierte Heißsoße wird in Glasflaschen abgefüllt
Fermentationswerkzeuge und Zutaten auf einem Kurstisch
Kurs anfragen

Interesse am Kurs?

Fragen zum Kursinhalt, zu Terminen oder zur Teilnahme können über das Formular gestellt werden. Der Kurs findet in Berlin statt.

Adresse

Genfenbergstraße 17
13595 Berlin

Telefon

+49 30 94050563